Coldiron

Third Gaze

Seductive Secret

Drachengedanken



*~ Moments ~*

*~ Lifeplay - Playlife ~*

*~ Dancing in the rain ~*

Drachengedanken

Als ich mich verließ, war ich versucht umzukehren.
Doch es gibt kein Zurück, wie ich ohne Bedauern feststelle. Kein dorthin zurück, was einmal war. Weit vor mir eilt all das, was mich ausmacht und ausgemacht hatte, einem festen Ziel entgegen, in einer neuen Mischung aus Vergangen und Gegenwart. Die Teile des Ganzen haben sich verändert. Jetzt, ohne die Begrenzungen meines Ichs, ohne die Konventionen meines alten Lebens, vollziehen sie eine Metamorphose, hin zu dem, was vorher den Träumen vorbehalten war.
{Den Träumen...}
Die Gedanken sind nun grenzenlos und der Schwermut lacht, läuft fort und rennt und rennt. Die Hoffnung winkt noch einmal und legt sich zur Ruhe. Sie wird nicht mehr gebraucht. Trauer und Wut sind gar nicht erst mitgekommen, sie wissen, dass es hier keinen Platz für sie gibt. Der Mut hält immer noch meine Hand und lächelt mir zu. Lächelt uns zu. Die Wünsche weisen mir den Weg.
Weit vorne formt sich ein Bild, ein Ort, den ich schon einmal gesehen habe. Nicht nur einmal, sondern schon sehr oft. Er ist mir vertraut, ich kenne jedes Detail, auch wenn ich noch nie dort gewesen bin. Nicht so.

„Wo bin ich hier, was bin ich hier?“, frage ich, wenn ich auch nicht weiß, ob da überhaupt jemand ist, der antworten kann.
„Da wo du sein willst und der, welcher du vielleicht sein willst“, flüstert es. Die Stimme ist sanft und unaufdringlich. Ich kann die Richtung nicht feststellen, aus der sie zu mir spricht. Sie scheint überall zu sein.
„In meinen Träumen? Daher kenne ich diesen Ort. Er war schon immer da. In mir. Und wer bist du...“
„Ich bin du. Ich bin der, den du in dir siehst, jener, der du vorher nicht sein konntest.“
Die Antwort verwirrt mich und ich versuche mir vorzustellen, wer ich bin. Jetzt bin. Doch es gelingt mir nicht. Mein Ich ist im Fluss, ändert sich stetig, folgt keinen Regeln. Nur ich.
{Die Vergangenheit hat mich geformt, er hat mich geformt.}
„Die Antworten auf deine Fragen sind alle schon gegeben, deine nächsten Fragen schon gestellt. Das, was du suchst und dein Leben lang suchtest, ist längst gefunden. Vor dir. Schau in dich. Schau vor dich.“
Meine Stimme verklingt. Die Stimme gehört mir, wie ich überrascht erkenne.

Vor mir fließt ein Bach mit bemoostem Felsgestein, ich spüre das saftig grüne Ufergras selbst durch die dicke Haut meiner leicht gespreizten Pranken, die sich tief in die Erde versenken. Vögel trinken am Wasser und kleine Libellen vollführen einen verwirrenden Tanz, und es ist seltsam friedlich. Sollte ich ihn endlich gefunden haben, den... Frieden? Und das große Wort, an das sich niemand herantraut, an das sich kaum einer aus meiner Art heranwagt. Weil es mehr bringen könnte als das tiefe, brennende und vereinehmende Gefühl, das nun die Luft unter meinen Schwingen und das Feuer in meinen Lungen bedeutet. Nur einmal, heißt es. Nur einmal ist ein Drache fähig dazu.
Ja. Weil ich es will. Hier und für alle Ewigkeit. Ich lasse mich etwas ab und betrachte mein schuppiges, schwarz glänzendes Spiegelbild auf dem Wasser; während funkelnde, gelbgründe Augen meinen Blick erwidern. Ein zufriedenes Gesicht. Meines, wie ich feststellen muss.
„Was kommt als nächstes?“, frage ich.
„Nichts. Oder alles. Es liegt bei dir. Dies ist dein Danach. Lebe es.“
Schwarzzahn am 12.1.07 02:09




Der Verstand,
hat es befunden;
alles ist gut,
wie es ist
Doch das Herz
ist wund
vom vergeblichen Herzschlag
etwas zu missen,
während die Seele floh
aus diesem Körper
zu ihrer Heimat,
zu ihrem Ziel,
hin zu dir

Und du,
der mir Abgrund bist
und Ziel,
denn ich falle
und schwebe
zugleich


Und heute
sitz ich auf dem Felsen,
am Meer
und sing
mit der Sprache des Windes
von dir





Schwarzzahn am 10.7.06 18:14


In einem tiefen, satten Grün zogen die Wälder unter ihm dahin. Unterbrochen von tiefen Schluchten mit reißenden, klaren Flüssen. Wild stob durch das Unterholz und fügte braune, graue und viele andere Farbtöne dem Bild hinzu.
Doch all dies nahm er nicht wahr, er; der mit kraftvollen Flügelschlägen Meile um Meile hinter sich zurückließ auf der Suche nach seinem Ziel.
Blass erschienen ihm diese Farben, verglichen mit der Mischung aus Silber und Gold, die ihm im Traum geschenkt worden war. Unbedeutend und unwirklich.
Suchend glitt sein Blick über den Horizont, in der Hoffnung, das zu finden, was ihm diesen Traum wiederbringen würde. Unermüdlich arbeitete er sich vorwärts. Unerschöpflich in seiner Gewissheit seinem Ziel auf der Spur zu sein.
Nur vage war seine Vorstellung wohin er ziehen musste. Lediglich sein Instinkt und ein fast unbewusster Drang führten ihn. Und doch war er sich sicher immer näher an sein Ziel zu kommen.
Er gewann an Höhe, als ein kleines Gebirgsmassiv vor ihm aus dem Dunst, der die untergehende Sonne einzuhüllen schien, auftauchte. Getragen von warmen Aufwinden kreiste er über den sich unter ihm ausbreitenden Bergen, sich nur zu deutlich der Tatsache bewusst, daß gerade ein solcher Ort von seiner Art als Wohnstätte bevorzugt wurde.
Die scharfen, grüngelben Augen glitten über die von den Jahrhunderten gezeichneten, schroffen Hänge, an denen sich hartnäckige Pflanzen verbissen festgesetzt hatten.
Das eine oder andere Mal merkte er auf, als ein tiefschwarzer Schatten Hinweis auf eine sich dahinter verbergende Höhle zu geben schien. Doch immer wieder wurde er enttäuscht als sich dahinter nur unbedeutende Löcher offenbarten.
Stunde um Stunde dauerte seine Suche und auch hereinbrechende Nächte ließen ihn nicht innehalten. Der silberne Schein Lunas genügte seinen scharfen Sinnen völlig, auch wenn es nur ein fahler Abklatsch das Lichtes war, nach dem er suchte. Aufgeben wollte er nicht, konnte er nicht. Zu tief verwurzelt war seine Sehnsucht. Zu klein schienen die Mühen, die er auf sich nehmen musste. Weder seine schmerzende Schultern noch sein Hunger berührten ihn. Er spürte, daß dieser Ort der richtige war.

Der richtige Ort, um seine Instinkte zu täuschen, die Falle zuschnappen zu lassen.
Der richtige Ort, um ihn fort zu schicken, in eine andere Zeit, eine andere Welt.
Eine sterbende Welt, in die er hineingeworfen wurde für ein Verbrechen, dass er niemals begangen hatte.

Nichts warnte ihn davor, und nichts hätte ihn darauf vorbereiten können, was ihn erwarten würde.
Dusk am 6.6.06 18:29




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