Coldiron

Third Gaze

Seductive Secret

Drachengedanken



*~ Moments ~*

*~ Lifeplay - Playlife ~*

*~ Dancing in the rain ~*

{Cale}


Er hatte sich doch nun schon so oft ausgewechselt, sich als jemand neues gefühlt und sich dabei immer und immer dieselben Fragen gestellt. Sein Leben war ein einziger Berg von Fragen, die sich nie abtrugen. Er selbst steckte in diesem Berg und war 'partiell glücklich' , wie er es einmal genannt und damit einen irren Kompromiss ausgesprochen hatte: Immer nur für Augenblicke wirklich glücklich zu sein. Er verbrannte seine Fragen und verblies die Ascheschnipsel, strich sich rußschwarze Antworten in sein markantes Gesicht.
Auf das Holz des Steges malte er mit Ruß sein Leben: Ein kleines Quadrat mit neun Kästchen, von denen acht völlig ausgelöscht waren; acht mal Asche, und sonst... nichts.
Wer wusste schon um die Hintergründe der Dinge, die damals geschehen waren? Wer würde verstehen, und nicht verurteilen? Wie weit konnte irgendwer wirklich hinter die Dinge und ihre Gründe blicken, ohne ein allumgreifendes Nichts klaffen zu spüren? Ohne sich Fragen zu stellen, warum er überhaupt noch lebte und nicht bereits tot war?

In seine Augen taumelte der erste Schein des Morgenrots, schob sich als glimmender Schein vor das Sternengeleucht und vertrieb das silberne Licht Lunas. Er rieb sich die klammen Hände und starrte über die niedrige, hölzerne Brüstung hinab, auf den rauschenden, weiß schäumenden Fluss, der nicht nur abgebrochene Äste mit sich forttrug, sondern auch seine nie versiegenden Gedanken. Es gab keine Prophezeiungen. Es gab nur Atem, und zwischen den einzelnen Atemzügen klafften Krater der Leere.
Asche blieb zurück. Das Feuer kam ruhig heran, fuhr langsam über alles hinweg, löschte alles aus, was war und gewesen ist.

"Ich liebe dich", hatte er gesagt, damals.
"Ja. Schade." hatte er ihm geantwortet.
Ja. Schade, dass du dieses Wrack zu lieben suchst. Und schade, dass es dir niemals ewig sein konnte. Nur eine kurze Sekunde, bevor der lodernde Brand alles fraß; bevor die Kraft des Feuers, die tosende Glut, alles gierig aufleckte.
Früher hat er mehr Kraft besessen, meinte er zu wissen. Heute wehte sein Körper wie das zerrissene Segel einer gestrandeten Galeere, höhnisch quiekte ihm noch das frühe Kichern des Todes in den Knochen. Metallisch kroch ihm der Frost kalt über die Haut, längst abgestumpfte Angst zuckte ihm wie ein altes Geisterspiel durch die Adern. Er fühlte noch etwas anderes. Doch das verbat er sich zu benennen... Er fühlte ein warmes Gefühl, wenn seine Gedanken daran streiften, an ihm. Er fühlte das Knirschen seiner Zähne nicht.
Was würde werden.
Was.
2.12.05 16:47




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